Intro
Im heutigen Video sprechen wir über Tamara Samsonova, die ältere, unschuldig wirkende Russin, ist auch bekannt unter dem Spitznamen „Granny Ripper“ und ermordete über viele Jahre hinweg mehrere Menschen. Bis heute ist nicht ganz klar, wie viele Leute sie wirklich auf dem Gewissen hat. Was man aber weiß, ist, dass Tamara Samsonova eine ganz besondere Vorliebe dafür hatte, Teile ihrer Opfer nach deren Tod zu essen. Wir sprechen heute über die grausamen Morde und über das Tagebuch der Serienmörderin Tamara Samsonova.
Tamaras Leben
Tamara Mitrofanovna wurde am 05. Februar 1947 in Uzhur in Russland geboren. Sie hatte eine normale Kindheit und wuchs behütet auf. Nachdem sie ihr Abitur erfolgreich abschloss, zog sie nach Moskau, um dort die staatliche Linguistische Universität zu besuchen. Nach ihrem Studienabschluss zog sie nach St. Petersburg. Dort lernte sie bereits nach kurzer Zeit Alexei Samsonov (russische Nachnamen werden bei den Männern ohne und bei den Frauen mit a am Ende geschrieben) kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und heirateten bereits nach kurzer Zeit. Bei der Hochzeit nahm Tamara seinen Nachnamen an.
Im Jahre 1971 zogen die beiden in ein neu gebautes Haus in der Dimitrov-Straße 4. Tamara arbeitete viele Jahre in einem Reisebüro und für das Grand Hotel Europe, bis dann im Jahr 2000 ihr Mann Alexei spurlos verschwand. Tamara hatte ihn sofort als vermisst gemeldet und schien äußerst bestürzt über sein Verschwinden zu sein. Doch die Polizei konnte weder ihn noch seine Überreste finden. Auch eine Hausdurchsuchung blieb erfolglos. Mittlerweile geht man davon aus, dass Tamara ihren Mann damals ermordete. Was mit seiner Leiche nach seinem Tod geschah, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Tamara schrieb darüber aber wohl in ihrem Tagebuch.
Tamaras Verbrechen
Nach dem Verschwinden ihres Mannes war Tamaras Geld knapp bemessen. Um das Haus weiter behalten zu können, vermietete die rüstige Rentnerin von da an eines der Zimmer. Tamara war eine sehr strenge Vermieterin, sie duldete keinen Lärm und wenn sie doch einmal etwas von ihrem Untermieter hörte, dann schnauzte sie ihn an und drohte damit, ihn rauszuwerfen. Tamara vermietete das Zimmer wohl über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. In dieser Zeit hatte sie mehrere Mieter, sie alle waren alleinstehend.
Sicher weiß man heute, dass sie am 06. September 2003 einen Streit mit ihrem Untermieter hatte, in dessen Folge sie ihn ermordete und zerstückelte. Der 44-jährige Mann aus Norilsk hatte sie gestört, da er wohl wiederholt Lärm in seinem Zimmer machte. Tamara entsorgte seine Überreste in Plastiksäcken an der Straße. Warum das niemandem auffiel, ist unklar. In ihrem Tagebuch schrieb sie davon, noch mehr ihrer Mieter ermordet zu haben, doch wirklich gestanden hatte sie nur den Mord an dem 44-Jährigen.
Im März 2015 war Tamara 68 Jahre alt. Eines Tages traf sie ihre 79-jährige Nachbarin Valentina Nikolaevna Ulanova auf der Straße. Die beiden Frauen hatten wenig miteinander zu tun, obwohl sie in der gleichen Straße wohnten. Allerdings hatten sie einen guten gemeinsamen Freund, der mitbekommen hatte, dass das Haus von Tamara derzeit renoviert wurde. Dadurch war es nun kaum mehr bewohnbar. Der Freund vermittelte zwischen den beiden Frauen und so fragte Tamara Valentina an diesem Tag, ob sie vorübergehend bei ihr einziehen dürfe, solange die Renovierungsarbeiten anhielten. Sie bot der 79-Jährigen dafür ihre Hilfe im Haushalt und bei Besorgungen an. Valentina willigte ein und so zog Tamara ein paar Tage später mit ihren wichtigsten Sachen bei ihr ein.
Doch Tamara dachte gar nicht daran, wieder zurück in ihr Haus zu ziehen. Sie lebte mehrere Monate bei Valentina, auch dann noch, als die Renovierungsarbeiten bereits lange abgeschlossen waren. Valentina störte das anfänglich nicht, so war sie doch sehr dankbar über die Hilfe, die sie von Tamara erhielt. Doch als immer mehr Zeit verstrich, sehnte sie sich zunehmend danach, ihr Haus wieder für sich allein zu haben. Außerdem hatte Tamara mittlerweile die Hausarbeit schleifen gelassen und tat nur noch das Nötigste. Und das auch nur nach Aufforderung.
Die Freundschaft der beiden, die entstanden war, zerbrach zunehmend und Valentina forderte Tamara schlussendlich dazu auf, auszuziehen. Eine kurze Zeit schien Tamara das zu akzeptieren, doch ein paar Tage später kam es erneut zu einem Konflikt zwischen ihr und Valentina. Die beiden Frauen stritten sich um dreckiges Geschirr. Infolgedessen beschloss Tamara, dass sie Valentina vergiften wolle. Kurze Zeit später reiste Tamara nach Puschkin. Dort konnte sie in einer Apotheke den Angestellten überzeugen, ihr ohne Rezept das verschreibungspflichtige Medikament Phenazepam zu verkaufen. Bei dem Benzodiazepin handelt es sich um ein Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie, Schlafstörungen oder Angststörungen. In hoher Dosis kann es tödlich wirken.
Anschließend kaufte Tamara in der Stadt einen frischen Olivier-Salat, das Lieblingsessen von Valentina. Bei dem russischen Gericht handelt es sich um einen Salat mit Kartoffeln, Wurst und Ei. Als Tamara wieder nach Hause kam, vergiftete sie den Salat mit über 50 klein gemahlenen Tabletten und übergab ihn Valentina. Anschließend ging sie schlafen. Ein paar Stunden später, in der Nacht zum 23. Juli 2015, stand sie wieder auf und fand die leblose Valentina, die den Salat gegessen hatte, auf dem Küchenboden vor.
In den nächsten Stunden zerstückelte Tamara Valentinas Körper mithilfe von zwei Küchenmessern und einer kleinen Säge. Zuerst sägte sie ihren Kopf ab, dann zerteilte sie ihren Körper in zwei Hälften und anschließend zerschnitt sie die zwei Hälften mit den Messern in kleinere Teile. Diese Teile packte Tamara dann ordentlich in Müllsäcke. Noch in der gleichen Nacht brachte sie alle Säcke nach draußen und legte sie in und an einem Teich in ihrer Straße ab. Dafür musste sie oft laufen, aber sie hatte Glück und wurde nicht bemerkt. Ein paar einzelne Körperteile ließ Tamara im Haus zurück.
Am Abend des 26. Julis begannen sich die Anwohner zu fragen, was sich wohl in den schwarzen Säcken verbarg, die am Teichufer lagen. Einer von ihnen ging los, um nachzuschauen. Als er die in einen Duschvorhang eingewickelten Leichenteile erblickte, alarmierte er sofort die Polizei. Einen Tag später war es dieser gelungen, die Identität der Leichenteile festzustellen. Die Ermittler klopften an Valentinas Tür und Tamara öffnete ihnen. Ohne sich zu wehren, ließ sie die Polizisten das Haus durchsuchen. Diese fanden eindeutige Blutspuren und die Befestigung des abgerissenen Duschvorhanges. Das Gesamtbild war so eindeutig, dass sie Tamara noch vor Ort festnahmen. Kurz darauf fand man auch noch Überwachungsaufnahmen aus der Dimitrov-Straße. Darauf sah man, wie Tamara die schwarzen Plastiktüten an den See brachte. Außerdem gab es Aufnahmen davon, wie Tamara einen Kochtopf trug, in dem sich Valentinas Kopf befand .
Nach ihrer Verhaftung
Zwei Tage später, am 29. Juli 2015, wurde Tamara erstmals dem Bezirksgericht Frunze in St. Petersburg vorgeführt. Die ganze Vernehmung über blieb Tamara ruhig und sachlich. Sie schilderte detailreich ihre Tat. Das Gericht ordnete daraufhin eine Inhaftierung und eine zusätzliche forensisch-psychiatrische Untersuchung an. Als die Untersuchung einige Zeit später stattfand, war schnell klar, dass Tamara eine Gefahr für sich selbst und für andere darstellte. Daraufhin wurde sie im November 2015 in eine spezialisierte Einrichtung verlegt.
Es kam ebenfalls heraus, dass Tamara in der Vergangenheit bereits dreimal in der Psychiatrie war und dort mit Schizophrenie diagnostiziert wurde. Tamara wurde vor Gericht letztendlich wegen 15 Morden angeklagt. Auf diese Zahl kam man, da ihr bereits erwähntes Tagebuch gefunden wurde. In diesem beschrieb sie detailreich die Einzelheiten von 15 Morden, die sie angeblich beging. Tamara schrieb abwechselnd auf Russisch, Englisch und Deutsch. Elf der Morde beschrieb sie besonders ausführlich und erzählte davon, dass sie den Opfern ihre Lungen entnahm und diese aß.
Es folgt ein kurzer Auszug aus dem Tagebuch: „Ich habe meinen Mieter namens Volodya getötet, ihn mit einem Messer im Bad in kleine Stücke geschnitten, die Körperteile in Plastiktüten gesteckt und sie im ganzen Bezirk Frunzensky verteilt. “ Auch den Mord an ihrem Mann erwähnte sie darin und beschrieb sogar, wie sie im März 2015 bei der Polizei war, um denen mitzuteilen, was wirklich mit ihrem Mann geschah. Ob es zu einer Aussage kam und wenn ja, warum sie im Anschluss nicht verhaftet wurde, ist unklar.
Bei ihrem Prozess erschien Tamara Samsonova gut gelaunt. Sie freute sich und gab der Presse immer wieder Luftküsse. Bei ihrer Aussage fügte sie hinzu: „Ich habe es getan, um als Serienmörderin bekannt zu sein. Es ist alles absichtlich. Ich bereite mich seit zehn Jahren auf diesen Tag vor. Ich bin ein sehr alter Mensch und kann jetzt nirgendwo leben. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich ins Gefängnis muss. Ich werde dort sterben und der Staat wird mich wahrscheinlich begraben. Es ist so eine Schande, die ganze Stadt wird erfahren was ich getan habe. Ich bin schuldig und verdiene eine Strafe.“
Als der Richter das Urteil sprach und klar wurde, dass Tamara in Haft bleiben würde, klatschte diese vor Freude in die Hände und lachte. Ein Ermittler sagte später: „Sie ist entweder sehr viel schlauer oder sehr viel dümmer als wir denken.“ Er glaubt, dass Tamara ihren letzten Mord absichtlich so stümperhaft beging, um endlich verhaftet zu werden. Die Polizei ist dennoch bei einigen Punkten überfragt. So konnte zum Beispiel nie Valentinas Kopf gefunden werden. Auch Tamaras Tagebuch gibt darüber keinen Aufschluss.
Dennoch stehen angeblich einige weitere und brutale Infos zu ihren Verbrechen in ihrem Tagebuch. Die genaueren Infos werden allerdings von der Polizei unter Verschluss gehalten, bis die Ermittlungen in Tamara Samsonovas Fall abgeschlossen sind. Offiziell gestanden hat Tamara zwar nur den Mord an Valentina sowie drei weitere, ihr Tagebuch lässt aber vermuten, dass es mindestens zehn weitere Morde gibt, die auf ihr Konto gingen. Zum Beispiel wurde auch ihre Schwiegermutter vor einigen Jahren als vermisst gemeldet und tauchte, ähnlich wie ihr Mann, nie wieder auf. Ob Tamara etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat, wird derzeit noch ermittelt.
Im Dezember 2015 wurde Tamara auf unbestimmte Zeit in ein psychiatrisches Krankenhaus nach Kasan verlegt. Dort wird sie wohl bis an ihr Lebensende in der Sicherheitsverwahrung bleiben.
Epilog
Und damit sind wir schon am Ende des heutigen Videos angelangt. Videos über Serienmörder gab es noch nicht so oft auf meinem Kanal. Wie findet ihr das? Sollte der Fokus weiterhin lieber auf den Opfern liegen, um diese zu würdigen oder sind auch Videos über Serienmörder eine erwünschte Abwechslung? Dieser Fall wurde jedenfalls oft von euch vorgeschlagen und ich finde besonders Tamaras Verhalten vor Gericht als auch die Bilder, wie sie den Kochtopf mit Valentinas Kopf darin trägt, besonders verstörend.
Was denkt ihr über den Fall? Diskutiert darüber gerne in den Kommentaren oder auf meinem Discord. Ich hoffe, das heutige Video hat euch gefallen. Lasst doch gerne ein Abo, einen Daumen nach oben und/oder einen Kommentar da. Mit nur zwei Mausklicks und ein paar Tastaturanschlägen unterstützt ihr diesen Kanal enorm. Folgt mir auch auf Instagram oder auf meinem Discord, wenn ihr das noch nicht tut. Dort machen wir Umfragen und ihr bekommt alle brandaktuellen Infos mit. Die Links dazu findet ihr in der Videobeschreibung. Vielen Dank schon mal im Voraus. Und auch vielen Dank fürs Zugucken. Wir sehen uns beim nächsten Video wieder. Gute Nacht und bis dann.
Quellen
- Tamara Samsonova Wikipedia (englisch)
- Tamara Samsonova Murderpedia
- Tamara Samsonova: The Granny Ripper YouTube, 2021
- Pensioner dubbed the ‘Granny Ripper’ is jailed for life for killing her elderly friend, hacking off her head and then COOKING it The Sun, 2017
