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Conyers, Georgia, 2010–2014

Nikki Whitehead

Zwei 16-jährige Zwillingsschwestern melden 2010 in Georgia den gewaltsamen Tod ihrer Mutter.

Lesezeit etwa 12 Minuten

Worum es geht

Im Januar 2010 laufen die 16-jährigen Zwillinge Tas und Jas in Conyers im US-Bundesstaat Georgia auf einen Streifenwagen zu und melden, ihre Mutter Nikki sei in ihrem Haus ermordet worden. Die Ermittler finden einen Tatort von außergewöhnlicher Brutalität, aber keine Einbruchsspuren. Schon bei den ersten Befragungen verstricken sich die Schwestern in Widersprüche, während ein angespanntes Familienleben ans Licht kommt. Es vergehen Monate und Jahre, bis sich zeigt, was an jenem Tag wirklich im Haus geschehen ist.

Olde Town in Conyers, Georgia
Olde Town in Conyers, Georgia. Foto: The original uploader was Skarg at English Wikipedia., CC BY 2.5, über Wikimedia Commons.

Intro

Am 14. Januar 2010 befinden sich zwei Polizeibeamte in der Kleinstadt Conyers in Georgia gerade auf Streife. In der verschlafenen Stadt passiert für gewöhnlich nicht viel. Doch an diesem Tag ist das anders. Denn zwei junge Schwestern stürmen auf das Polizeiauto zu. Die beiden Mädchen sind 16 Jahre alt und Zwillinge. Sie heißen Tas und Jas und sind vollkommen aufgelöst. Die Zwillingsschwestern erzählen den beiden Polizisten unter heftigen Weinkrämpfen, dass etwas Schreckliches passiert sei. Ihre Mutter Nikki sei in ihrem eigenen Haus ermordet worden. Die beiden Polizisten sind sofort in höchster Alarmbereitschaft.

Sie versuchen, die beiden Schwestern zu beruhigen und setzen sie auf die Rückbank des Polizeiautos. Zitternd können die beiden Mädchen den Polizisten die Adresse der Mutter mitteilen und sofort machen sich Einsatzkräfte auf den Weg zur genannten Anschrift.

Als die Polizisten das Haus betreten, sind sie schockiert. Auch die erfahrensten Ermittler waren nicht auf das Bild gefasst, das sich ihnen eröffnet. Im ganzen Haus ist Blut. Der Geruch in der Luft ist metallisch und beißend. Als die beiden 16-jährigen Mädchen an diesem Tag von der Schule heimgekommen sind, haben sie ein wahres Blutbad betreten.

Es besteht kein Zweifel daran, dass die beiden Schwestern die Wahrheit gesagt haben. Ihre Mutter Nikki wurde ermordet. Auf eine solch brutale Art, dass der Täter ein mehr als persönliches Motiv gehabt haben muss. Doch wer könnte der jungen Mutter einen solch grausamen Tod gewünscht haben?

Tas: „Ich kann nicht essen. Mama ist tot. Scheiß-Kratzer. Sie werden mir das ganze Ding wegen dieses Scheiß-Kratzers anhängen.“

Tas: „Bitte, Gott. Ich hoffe wirklich, dass sie diese Person erwischen.“

Nikki Whitehead

Die Verhältnisse, in die die ermordete Nikki Whitehead hineingeboren wurde, sind nicht einfach. Als sie auf die Welt kommt, sitzt ihre eigene Mutter gerade eine Haftstrafe wegen Drogenbesitzes ab. Deshalb wächst Nikki bei ihrer Großmutter im US-Bundesstaat Georgia auf. Das Verhältnis zwischen Nikki und ihrer Großmutter ist recht angespannt. Nikki wächst ganz ohne ihre Eltern auf, und das Verhältnis zu ihrer Oma bessert sich auch nicht, als sie im Alter von siebzehn Jahren schwanger wird.

Die Jugendliche bekommt Zwillinge. Die beiden Mädchen bekommen die Namen Tasmiyah und Jasmiyah, von Freunden und Familie werden sie nur kurz Tas und Jas genannt.

Auch als die Zwillinge auf die Welt kommen, wohnt Nikki mit ihnen bei ihrer Großmutter, also der Urgroßmutter von Jas und Tas. Die Zwillinge lieben ihre Uroma, und Nikki versucht, ihren Töchtern ein möglichst vielseitiges Leben zu bieten. Der Vater der beiden Mädchen ist nicht präsent. Er zieht schon kurz nach ihrer Geburt nach Jamaika, es gibt keinen Kontakt zwischen ihm und seinen Töchtern.

Nikki kümmert sich darum, dass die Schwestern Ballett- und Klavierunterricht erhalten, und möchte die Mädchen möglichst umfassend fördern. Die beiden schreiben gute Noten und sind in der Schule engagiert. An ihrer High School ist davon die Rede, dass die Zwillinge es sogar einmal an die renommierte Harvard-Universität schaffen könnten.

Im Jahr 2000 lernt Nikki den 30 Jahre älteren Robert kennen. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und entscheiden sich dazu, zusammenzuziehen. Eigentlich könnten die vier ein harmonisches Patchwork-Familienleben führen. Doch der Haussegen bei den Whiteheads hängt schief.

Denn wie schon Nikki in ihrer eigenen Jugend beginnen auch Tas und Jas allmählich zu rebellieren. Nikki versucht weiterhin, die Kontrolle über ihre mittlerweile jugendlichen Töchter zu halten, doch das Verhältnis zu Jas und Tas wird immer distanzierter, je weiter sie heranwachsen. Irgendwann sind Streits zwischen der jungen Mutter und den Töchtern an der Tagesordnung. Immer wieder sollen Jas und Tas sowohl Nikki als auch der Urgroßmutter Geld gestohlen haben. Das Ganze soll so weit gegangen sein, dass die Urgroßmutter ihr Zimmer im Haus mit einem Extra-Schloss verriegelte. Doch leider bleibt es nicht dabei.

Nikki fühlt sich ein paar Mal sogar so hilflos, dass sie im Konflikt mit ihren Töchtern einen Notruf absetzt. Und die Polizei rückt einige Male aus. Einmal erzählen Jas und Tas einer Polizistin, sie würden nicht mehr mit ihrer Mutter und deren Mann zusammen wohnen wollen. Stattdessen würden sie viel lieber zurück zu ihrer Großmutter ziehen, die weniger streng sei. Die Polizistin erinnert sich später, sie habe in Nikkis Augen die blanke Angst vor ihren Töchtern sehen können.

Nur kurz nachdem die Polizistin das Haus verlässt, hört sie lautes Gepolter aus dem Haus der Whiteheads. Jas und Tas haben ihre eigene Mutter angegriffen und geschlagen. Nikki rennt schreiend aus dem Haus und erzählt der Polizistin, was passiert ist. Sie hat frische Kratzer an ihrem Hals und an ihrer Brust und macht nach wie vor einen aufgelösten Eindruck. Die Zwillinge hingegen behaupten, ihre Mutter hätte sie zuerst angegriffen. Jas und Tas werden nach diesem Zwischenfall sogar in staatliche Obhut genommen und in eine therapeutische Maßnahme geschickt. Aber auch dieses Hilfsangebot scheint die Kinder nicht zu erreichen. Was genau bei den Whiteheads hinter verschlossenen Türen vor sich gegangen ist, werden wir nicht mehr erfahren. Denn nur kurze Zeit später wird die junge Mutter von Tas und Jas tot sein.

Der Tatort

Detective: „Du kannst hier rüberkommen, Schätzchen. Setz dich hier rüber.“

Tas: „Jas hat geschrien und ich hab in die Richtung geschaut. Alles, was ich gesehen habe, war Blut auf dem Boden.“

Jas: „Sie wird nicht mehr zurückkommen..“

Nicht nur Jas und Tas sind sichtlich geschockt, nachdem sie ihre eigene Mutter ermordet aufgefunden haben. Auch bei der Polizei selbst herrscht Unglauben. Sowas passiert in der Kleinstadt nicht.

Bei Untersuchungen des Hauses stellt man fest, dass niemand versucht hat in das Haus einzubrechen, es gibt keine Einbruchsspuren. Dennoch muss der Täter einige Zeit in Nikkis Haus verbracht haben. Denn es sieht aus, als habe er nach der Tat noch versucht, sauber zu machen. Allerdings nicht gründlich genug. Die Blutspuren sind aufgrund der brutalen Verletzungen weit verstreut. Nikki scheint im Wohnzimmer angegriffen worden zu sein. Von dort führen blutige Schleifspuren bis ins Badezimmer der Whiteheads.

Nikkis blutüberströmter Leichnam liegt in der Badewanne. Sie wurde mit über 80 Messerstichen verletzt. Irgendjemand muss ein persönliches Motiv gehabt haben, Nikki zu ermorden. In den Augen der Gerichtsmedizin sind die Verletzungen viel zu brutal und vielfältig, als dass ein Fremder sie der jungen Mutter zugefügt haben könnte.

Die Zwillinge geben an, zwischen Nikki und ihrem Mann Robert sei es zuletzt kompliziert gewesen. Nikki habe sich öfter mit einem Mann namens Joe getroffen. Robert hätte kürzlich davon erfahren und Nikki konfrontiert. Für die Polizei ist diese Information natürlich hochinteressant. Doch Robert hat ein wasserdichtes Alibi. Denn zum Zeitpunkt, als Nikki tot aufgefunden wurde, hielt er sich gerade in Kanada auf. Und es befand sich auch keinerlei DNA von ihm an Nikkis Leichnam. Mit anderen Worten: Robert kann seine Lebensgefährtin unmöglich ermordet haben. Auch besagter Joe kann schnell als möglicher Täter ausgeschlossen werden.

Noch während dieser ersten Befragung kommt die ganze Geschichte der Zwillinge den Polizisten komisch vor. Denn Jas und Tas tragen auch im warmen Polizeikommissariat ihre Handschuhe. Als ein Detective die beiden bittet, ihm ihre Arme und Hände zu zeigen, sind die Körperteile der Zwillinge zerkratzt, eine von beiden hat sogar eine sichtbare Bissspur am Arm. Sie geben an, miteinander gestritten und sich geprügelt zu haben. Als die Ermittler durchklingen lassen, dass sie das den Mädchen nicht abkaufen, ändern sie ihre Story. Sie behaupten nun, sie würden sich selbst beißen und kratzen, um mit Stresssituationen umzugehen. Jas demonstriert das Ganze sogar während des Verhörs und beginnt, sich selbst in die Hand zu beißen.

Jas und Tas werden weiter zum Tod ihrer Mutter befragt. Und immer wieder verstricken sie sich in Widersprüche. Die Zwillinge behaupten, an dem Morgen von Nikkis Tod ihren Schulbus verpasst zu haben und deshalb zur Schule gelaufen zu sein. Allerdings wurden sie von einer Überwachungskamera in der Nachbarschaft vor einer Tankstelle gefilmt. Von dort sind sie per Anhalter mit einem Fremden zur Schule gefahren. Darüber verlieren sie gegenüber den Polizisten aber kein Wort.

Doch obwohl die ganze Geschichte der Polizei mehr als komisch vorkommt, haben die Ermittler zunächst keine andere Wahl, als die beiden 16-Jährigen zu entlassen. Jas und Tas kommen zurück zu ihrer Großmutter – so, wie die beiden es sich gewünscht haben. Rasch kehrt wieder so etwas wie ein Alltag bei den Zwillingen ein. Die beiden gehen weiterhin zur Schule, machen Unternehmungen mit ihren Freunden und besuchen den jährlichen Schulball. Unterdessen arbeitet die Polizei weiter mit Hochdruck daran, herauszufinden, wer Nikki Whitehead ermordet haben könnte.

Der Verdacht

Die Polizei kann den Verdacht nicht abschütteln, dass die Zwillinge etwas zu verbergen haben. Ihr merkwürdiges Verhalten und die umfangreiche Polizeiakte zu den Whiteheads nähren ihre Zweifel gegenüber den 16 Jahre alten Mädchen nur noch weiter. Also wird das Haus der Familie noch einmal durchsucht. Und tatsächlich: In Tas’ Schlafzimmer finden Polizisten blutverschmierte Schuhe, die unter dem Bett versteckt sind. Und in einem dieser beiden Schuhe befindet sich ein zusammengeknülltes Taschentuch. Darin eingewickelt: ein Büschel Haare, das ohne jeglichen Zweifel von der ermordeten Nikki Whitehead stammt. Außerdem findet man in einem der beiden Schlafzimmer eine Art Tagebuch. Tas und Jas haben es sich geteilt und darin schriftlichen Dialog geführt. Immer wieder lassen sie sich in dem Buch über ihre Mutter Nikki aus. In den Augen der Polizei geht aus diesem Tagebuch eindeutig hervor: Jas und Tas haben schon vor Monaten den Entschluss gefasst, ihre Mutter loswerden zu wollen. Koste es, was es wolle.

Die Polizisten finden auch einen Brief, den Jas an ihren Freund geschrieben hat. Darin schreibt sie: „Ich bin einfach traurig, unglücklich und deprimiert. (…) Es liegt nicht an dir. Ich hasse es einfach, hier zu leben und bei ihr zu sein.“ Die Ermittler gehen davon aus, dass Jas hier auf das angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter anspielt.

Unterdessen läuft auch die umfangreiche Untersuchung von Nikki Whiteheads Leichnam weiter. Mit einem verblüffenden Ergebnis: Die Autopsie ergibt, dass Nikki Haare ihrer Töchter im Mund hatte.

Außerdem passt ein Abdruck ihres Gebisses exakt zu der Bisswunde, die eine der beiden Schwestern beim Polizeiverhör hatte. Die Lüge, dass sie sich in einer Stresssituation selbst gebissen habe, ist somit entlarvt. Es war ihre eigene Mutter, die dem Mädchen die Bisswunde zugefügt hat – vermutlich in einem Akt der Selbstverteidigung. Nikki muss so kräftig zugebissen haben, dass sie nicht nur einen tiefen Gebissabdruck hinterlassen, sondern ihrer Tochter auch einige Armhaare herausgerissen hat. Dieser Gebissabdruck ist der entscheidende Hinweis.

Am letzten Schultag vor den großen Ferien schlagen die Polizisten zu. Mehr als vier Monate nach dem Tod von Nikki Whitehead. Sie verhaften Tas und Jas Whitehead, die verdächtigt werden, ihre eigene Mutter gemeinschaftlich ermordet zu haben. Zu Beginn geben sich die Zwillinge noch selbstsicher. Sie beharren auf ihrer Unschuld und treten unbekümmert auf. Die Polizei könne die beiden ruhig anklagen, es gebe ja ohnehin keine glaubwürdigen Beweise.

Diese These halten Jas und Tas Whitehead lange Zeit aufrecht: ganze vier Jahre lang. Doch als eine Anklage mit der Volljährigkeit der Mädchen unweigerlich näher rückt, wendet sich das Blatt. Die beiden gehen einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein. Wenn die beiden ein Geständnis ablegen, würden sie einer Gerichtsverhandlung entgehen und jeweils zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt werden. Jas und Tas lassen sich auf dieses Angebot ein – und packen schockierende Details aus.

Das Geständnis

Vier Jahre nach Nikkis Tod gestehen Jas und Tas das Verbrechen an ihrer Mutter.

Jas: „Es war jetzt nicht wie ein Straßenkampf oder so. Es war eher ein Kampf, bis jemand sterben würde.“

Die beiden seien bis früh in den Morgen des 14. Januar 2010 wach geblieben. Obwohl sie am nächsten Tag zur Schule gemusst hätten. Deshalb hätten Jas und Tas verschlafen und seien im Begriff gewesen, zu spät zur Schule zu kommen. Ihre Mutter Nikki habe das mitbekommen und sie daraufhin mit Schlägen bedroht. Im Verlauf der entbrannten Auseinandersetzung hätte Nikki nach einem Kochtopf gegriffen und die Zwillinge damit schlagen wollen. Eines der Mädchen habe dann nach einem Messer gegriffen, um sich zu verteidigen. Zwischen Nikki und ihren Töchtern sei dann ein Handgemenge entstanden.

Jas: „Meine Mom gewinnt also diesen Kampf mit dem Messer, oder was auch immer. Also hebe ich den Kochtopf auf und schlage sie damit.“

Jas: „Sie hat mir in die Brust gebissen. Wie gesagt, ich bin nicht allzu groß, und sie hat sich an mir festgebissen. Und ich hab versucht, sie von mir wegzubekommen, weil das wehgetan hat. Ich versuche also, sie zu schlagen, denke ich. Und ich glaube, Tas hat dann zugestochen. Sie hat sie abgestochen.“

Selbst als Jas begonnen habe, ihre Mutter mit einem Band zu drosseln, habe Nikki sich gewehrt und nach ihren beiden Töchtern geschlagen. Daraufhin habe, wie zuvor Tas, auch Jas zum Messer gegriffen und Nikki damit verletzt.

Nikki habe noch gelebt, als die Zwillinge die stark blutende 34-Jährige in die Badewanne gelegt haben.

Detective: „Hattest du sie an den Händen?“ Tas: „Ja. Ähm, ich glaube, ich war oben.“ Detective: „Und Jas hatte ihre Füße?“ Tas: „Ja. Sie war schwer.“ Detective: „Was habt ihr dann gemacht?“ Tas: „Wir haben sie in die Badewanne gelegt.“

Detective: „Was hat sie gesagt?“ Jas: „Dass sie uns hassen würde. Dass sie uns hasst. Ich weiß nicht, immer wieder dasselbe. Wir kommen ins Gefängnis, wir kommen ins Gefängnis.“ Detective: „Was habt ihr zu ihr gesagt?“ Jas: „Dass es mir leid tut. Ich habe gesagt, dass es mir leid tut.“

Jas und Tas geben an, lange geweint zu haben, nachdem ihre Mutter in der Badewanne an ihren schweren Verletzungen gestorben ist. Danach hätten die Zwillinge dann begonnen, einen Plan zu schmieden, wie sie den Mord an ihrer Mutter Nikki vertuschen könnten. Als Teil des Plans entschieden die beiden sich dazu, ganz normal zur Schule zu gehen. So, als sei nichts gewesen. Als sie am Nachmittag nach Hause zurückkamen, seien sie überrascht gewesen, dass die Polizei noch nicht da gewesen sei.

Jas: „Es tut mir leid, und ich vermisse sie. Es ist nicht so, wie Lynda (Nikkis Mutter, Anm.) und die anderen es darstellen wollen. Ich habe sie nicht gehasst. Und Tas hat sie auch nicht gehasst. Ich glaube, es ist einfach im Eifer des Gefechts passiert und die Wut zwischen uns dreien hat sich hochgeschaukelt.“

Outro

Wir kennen nur die Perspektive von Jas und Tas. Wie die Dynamik zwischen den Zwillingen und ihrer Mutter Nikki war, werden wir wohl nie erfahren. Nikkis Großmutter, bei der die Zwillinge aufgewachsen sind, besucht die beiden Schwestern auch heute noch regelmäßig im Gefängnis. Sie hat den beiden nicht nur vergeben – 2016 sagte sie in einem Interview sogar, sie könne sich gar nicht vorstellen, dass die beiden Mädchen Nikki ermordet hätten.

Allerdings hätten die Zwillinge nie mit ihr über Nikkis Tod gesprochen. Mittlerweile könnten Jas und Tas einen Antrag auf eine Haftverkürzung stellen. Bislang scheinen sie davon jedoch abgesehen zu haben. Sie haben im Gefängnis ihre High-School-Abschlüsse gemacht und bilden sich im IT- und im Medizinbereich weiter. Wenn Jas und Tas Mitte 40 sind, werden sie wieder in Freiheit sein. Doch der gemeinsame Mord an ihrer Mutter Nikki wird ihnen vermutlich wie immer wie ein Schatten folgen.

Quellen

  1. Video von 4:00 bis 4:20 einblenden YouTube, 2019
  2. Georgia Teen Twins Charged With Mother's Murder ABC News
  3. Della Frazier: Where is Nikki Whitehead's Grandmother Now? The Cinemaholic, 2022
Fallakte
Ort
Conyers
Region
Georgia
Land
USA
Jahr
2010–2014
Status
Gelöst
Fallart
Tötungsdelikt, Familie & Partnerschaft, Kinder & Jugendliche
Personen
Nikki Whitehead, Tas Whitehead, Jas Whitehead
Lagekarte
Kartendaten: Natural Earth