Intro
Anfang 2020 herrscht in einem kleinen Ort im US-Bundesstaat Colorado helle Aufregung. Ein 11 Jahre alter Junge ist verschwunden. Von Gannon Stauch fehlt jede Spur. Gannon verschwindet am helllichten Tag, während er eigentlich krank zuhause bleiben soll. Für seine Familie ist das ein großer Schock. Seine Eltern und Geschwister vermuten, dass Gannon ausgerissen ist. Doch mit jedem Tag, der vergeht, wird die Situation ernster. Der 11-Jährige ist auf einige Medikamente angewiesen. Er braucht nicht nur dringend medizinische Versorgung, sondern auch den Beistand seiner Eltern.
Aber ist der kleine Gannon Stauch wirklich weggelaufen? Oder liegt der Schlüssel zu seinem Verschwinden viel näher als anfangs befürchtet?
Gannons Mutter: „Ich habe Hoffnung. Bitte, habt mit mir Hoffnung. Ich flehe euch an. Bringt mein Baby nach Hause. Bubba, ich liebe dich. Mommy liebt dich so sehr, und Nova liebt dich, Elena liebt dich, dieser Raum ist voll von Leuten, die dich lieben. Diese Gemeinde liebt dich. Bitte komm nach Hause, Baby. Bitte komm nach Hause.“
Gannon
Bevor Gannon Stauch geboren wird, wünschen sich seine Eltern schon lange ein Baby. Als Landen endlich schwanger wird, sind sie und ihr Mann Al überglücklich. Leider kommt es aber schon bald zu Komplikationen. Gannon kommt zu früh zur Welt. Bei seiner Geburt ist er schwer krank. Die Ärzte teilen seinen Eltern mit, er habe nur eine 10-prozentige Überlebenschance. Und wenn er durchkommen würde, wäre er körperlich und mental stark eingeschränkt. Doch Gannon überlebt. Und nicht nur das, er trägt keine Folgeschäden davon. Für seine Familie kommt das einem Wunder gleich.
Er wächst zu einem gesunden Kind heran. Seine Eltern und Lehrer beschreiben ihn als lebensfroh und witzig. Gannon interessiert sich besonders für Pokemon und Videospiele. Am liebsten würde er Let’s-Play-Videos von sich auf YouTube hochladen, das erlauben seine Eltern ihm aber noch nicht. Sein Vater Al und seine Mutter Landen trennen sich irgendwann, haben aber ein gutes Verhältnis zueinander. Sie ziehen Gannon gemeinsam groß. Es ist den beiden wichtig, dass ihr Sohn eine gute Beziehung zu beiden Elternteilen hat. Gannon hat eine drei Jahre jüngere Schwester, die Laina heißt. Auch sie wächst sowohl bei Vater Al als auch bei der Mutter auf.
Gannons und Lainas Vater Al lernt schon bald eine neue Frau kennen. Sie heißt Letecia und bringt eine 17 Jahre alte Tochter namens Harley mit in die Beziehung. Obwohl Letecias Tochter etwas älter als Als Kinder ist, funktioniert das Patchwork-Leben ganz gut. Letecia und Al heiraten. Letecia arbeitet als Grundschullehrerin, Al ist beim Militär angestellt. Die beiden leben gemeinsam mit den Kindern in einem Haus in Colorado.
Anfang 2020 muss Al für einen Lehrgang nach Oklahoma. Gannon bleibt deshalb bei seiner Stiefmutter Letecia. Sie und Gannon kommen gut miteinander aus. Auch mit Gannons Mutter Landen versteht Letecia sich gut. Als Grundschullehrerin kann sie gut mit Kindern umgehen und ist als Aufsichtsperson bestens geeignet.
Am 26. Januar geht es Gannon nicht gut. Es ist ein Sonntag, der 11-Jährige hat Bauchschmerzen. Letecia meldet Gannon vorsorglich für den kommenden Montag schon einmal von der Schule ab. Sie schreibt dem besorgten Al, der im weit entfernten Oklahoma sitzt, sie würde auch zuhause bleiben und auf den 11-Jährigen aufpassen. Für die Arbeit würde sie sich irgendeine Ausrede einfallen lassen.
Am frühen Montagmorgen, gegen halb fünf, lässt sie sich tatsächlich eine kurios anmutende Ausrede für die Arbeit einfallen. Sie schreibt ihrem Chef, ihr Stiefvater sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Deshalb würde sie am Montag nicht zur Arbeit erscheinen. Also bleiben Letecia und Gannon am 27. Januar gemeinsam zuhause. Am Montagmorgen schickt Letecia Al ein Foto von Gannon. Darauf ist zu sehen, wie er friedlich schlafend in seinem Bett liegt.
Abgesehen von Gannons Krankheit nimmt der Alltag im Hause Stauch seinen Lauf. Letecias Tochter Harley geht zur Arbeit, Als Tochter Laina geht zur Schule. Als Laina am Nachmittag um etwa 15:15 Uhr nach Hause kommt, ist sie nur kurz da. Sie geht kurz darauf nach draußen, um zu spielen. Gannon hat sich mit seinen Bauchschmerzen oben in ihrem Schlafzimmer hingelegt.
Das scheint Letecia zumindest zu denken. Doch als sie irgendwann nachschaut, ist ihr Stiefsohn nicht da. Sein Kinderzimmer ist leer und vom 11-Jährigen fehlt jede Spur.
Letecia wählt die Nummer der Notrufzentrale. Sie erzählt, Gannon sei unauffindbar. Sie sei die letzte Person, die ihn gesehen habe. Die Zentrale schickt daraufhin einen Streifenwagen vorbei. Die Polizisten durchsuchen mit Letecias Einverständnis das Haus der Stauchs. Doch der kleine Gannon ist verschwunden.
Die Suche
Mit Gannon ist auch seine Nintendo-Switch-Konsole verschwunden. Wie bereits erwähnt, liebt Gannon Videospiele. Die Konsole ist dem Elfjährigen heilig. Auch sein Handy wird im Haus der Stauchs gefunden. Am 27. Januar 2020 gegen 13:30 Uhr wurde eine Google-Suchanfrage über das Handy gestellt: „kann mein elternteil mein handy finden. wenn es aus ist“.
Nach der Sichtung der Antworten auf diese Frage entschied Gannon sich scheinbar dafür, sein Handy im Haus zu lassen. Am 28. Januar 2020, dem Tag nach Gannons Verschwinden, holt Letecia ihren Mann Al mit einem Mietwagen vom Flughafen ab. Er hat seine Geschäftsreise sofort abgebrochen, um die Suche nach seinem Sohn zu unterstützen. Auch Gannons Mutter Landen versucht ihr Bestes, um ihren Sohn aufzuspüren.
Am 29. Januar, zwei Tage nach dem Verschwinden, ist Letecia zu einer Befragung auf dem Polizeirevier geladen. Immerhin ist sie die letzte Person, die Gannon gesehen hat.
Obwohl der Termin für 10 Uhr am Morgen angesetzt ist, erscheint Letecia erst am Nachmittag. Sie hat einen Stapel Notizen bei sich, von denen sie während der Befragung abliest. Sie erzählt den Beamten nun etwas Neues. Gannon sei im Laufe des Tages mit einem Freund rausgegangen. Danach sei er nicht wieder gekommen.
Diese Version klingt nicht nur wenig plausibel – Letecia präsentiert sie auch zum ersten Mal. Ein Nachbar der Stauchs überreicht der Polizei parallel dazu Material seiner Überwachungskamera. Darauf ist zu sehen, wie Letecia und Gannon am Vormittag gemeinsam mit Letecias Auto wegfahren. Als Letecia gegen halb drei wieder zurückkehrt und aus dem Auto steigt, ist von Gannon jedoch nichts zu sehen. Spätestens jetzt ist Letecia Stauch höchst verdächtig. Sie verwickelt sich immer weiter in Widersprüche.
Auch Gannons Vater Al beschleicht ein ungutes Gefühl. Als er die Überwachungsaufnahmen des Nachbarn sieht, auf denen Letecia allein nach Hause zurückkommt, bricht er weinend zusammen. In diesem Moment wird ihm klar geworden sein, dass etwas mit seiner neuen Ehefrau ganz und gar nicht stimmt. Unterdessen versucht er, alles daranzusetzen, dass sein Sohn gefunden wird.
Gannons Vater: „Danke an alle. Danke. Gannon, Daddy liebt dich so sehr. Bitte komm nach Hause.“
Immer schneller zirkulieren online Gerüchte. Viele Menschen, die den Fall live durch die Medien verfolgen, glauben, Gannons Stiefmutter Letecia könnte etwas mit seinem Verschwinden zu tun haben. Immerhin war sie die Person, in deren Obhut sich Gannon befand, als sich seine Spur verliert. Noch dazu sind da all die verschiedenen Versionen der Abläufe, die sie der Polizei, den Medien und Gannons Familie auftischt. Die Berichterstattungen und Kommentare im Netz gehen so weit, dass Letecia sich dazu entscheidet, selbst ein Interview zu geben.
Journalist: „Hast du eine Botschaft für Gannon?“
Letecia: „Die Botschaft, die ich für Gannon habe, lautet: Gannon, wenn du wieder herkommst, wirst du erzählen können, was wirklich passiert ist. Und ich hoffe wirklich, dass ich dann eine aufrichtige Entschuldigung von allen bekomme, die diese Dinge behauptet haben, vor allem von meinem Ehemann.“
Doch es gibt auch eine zweite Interview-Sequenz. In dieser äußert Letecia sich ganz anders. Sie erscheint nicht nur weniger aufbrausend, sondern geradezu zerbrechlich. Wie auch Landen und Al weint sie vor den Pressevertretern. Für ihren Stiefsohn Gannon findet sie nun deutlich sanftere Worte.
Letecia: „Ich möchte noch eine Botschaft von meiner Familie an Gannon hinzufügen. Wir lieben dich, und wir hoffen, dass du bald nach Hause kommst. Und Gannon, ich kann es kaum erwarten, dass du nach Hause kommst und wir wissen, dass du okay bist. Wir lieben dich.“
Was die Zuschauerinnen und Zuschauer allerdings nicht sehen: Als die Kameras ausgehen, trocknen Letecias Tränen. Auch der besorgte Gesichtsausdruck verschwindet. Die Journalisten vor Ort wundern sich noch darüber, wie rasend schnell sich ihre Attitüde ändert. Der Grund dafür wird allerdings wenig später klar. Letecia weiß ganz genau, dass ihr Stiefsohn nicht nach Hause kommen und die Wahrheit erzählen wird. Denn Letecia weiß ganz genau, wo Gannon Stauch ist.
Das Stiefmonster
Kurz nach Gannons Verschwinden machen Letecia und ihre Tochter Harley einen Ausflug. Es soll ein Mutter-Tochter-Trip nach Florida werden, um sich angesichts der nervenaufreibenden Ereignisse ein wenig Ruhe zu verschaffen. Die beiden machen sich mit Letecias Auto auf den Weg.
Letecia sitzt am Steuer, Harley auf dem Beifahrersitz. Die ganze Fahrt über läuft die Klimaanlage des Wagens auf Hochtouren. Trotz der sommerlichen Temperaturen fröstelt Harley. Doch als sie die Klimaanlage ausschalten möchte, hält ihre Mutter Letecia sie ab. Es sei einfach zu heiß draußen. Die Klimaanlage solle unbedingt die ganze Fahrt über weiter laufen. Für dieses Anliegen hat Letecia Stauch einen guten Grund.
Denn im hinteren Teil des Autos liegt ein großer Koffer. Letecias Bruder hat die beiden kurz vor ihrer Abfahrt noch besucht. Dabei hat er geholfen, den Koffer ins Auto zu bugsieren und sich noch über das hohe Gewicht des Gepäckstücks gewundert. Für einen kurzen Trip nach Florida ist er verdammt schwer.
Er hat Letecia sogar gefragt, was in dem Koffer sei. Sie hat abgewunken. Letecias Bruder konnte nicht ahnen, dass seine Schwester die Leiche ihres Stiefsohns in den Koffer gequetscht hatte. Deshalb lief während der ganzen Fahrt die Klimaanlage. Letecia hatte Angst, Harley würde sonst den Leichengeruch bemerken.
Noch bevor die Polizei dahinterkommt, wird Letecia Stauch verhaftet. Am 1. März 2020 sind die Ermittler sicher, dass Letecia Stauch ihren eigenen Stiefsohn ermordet haben muss. Doch Letecia redet nicht. Auch dann nicht, als knapp zwei Wochen nach ihrer Verhaftung ein Koffer an ein Flussufer in Florida angespült wird. Darin befinden sich die Überreste eines kleinen Jungen. Es ist der Leichnam des vermissten Gannon Stauch.
Gannons Mutter: „Ich habe heute die schrecklichsten und die besten Neuigkeiten erhalten. Offensichtlich wissen wir, was die schrecklichsten Neuigkeiten sind. Aber die besten Neuigkeiten sind, dass es Gerechtigkeit geben wird. Und ich werde sicherstellen, dass es Gerechtigkeit geben wird. Denn mein Junge hat nicht verdient, dass ihm so etwas passiert.“
Die Leiche wurde in Florida angespült und wahrscheinlich an einer Stelle ins Wasser gelassen, an der Letecia auf ihrer Florida-Reise vorbeikam. An ihrer Täterschaft besteht für die Polizei nun kein Zweifel mehr. Die Autopsie offenbart, mit welcher Brutalität die Täterin vorgegangen sein muss.
Insgesamt achtzehn Mal wurde auf Gannon eingestochen. Sein Schädel ist gebrochen, an seinem Hals hat er eine Schusswunde, sein Kiefer wurde von einer Kugel durchschlagen. Der erst 11 Jahre alte Junge hatte keine Chance, Letecias Angriff irgendwie zu überleben. Vermutlich hätte schon eine dieser Verletzungen ausgereicht, um Gannon das Leben zu nehmen.
Der Tatort kann im Haus der Stauchs lokalisiert werden: Gannon starb in seinem eigenen Kinderzimmer. Die Matratze ist blutdurchtränkt, zahlreiche kleine Blutspritzer sind an den Wänden zu sehen. Bei der ersten Hausdurchsuchung waren diese Spuren nicht aufgefallen. Letecia scheint versucht zu haben, den Tatort möglichst gründlich sauber zu machen, bevor sie die Polizei anrief. Außerdem können im Blut des Jungen Spuren von Morphin nachgewiesen werden. Womöglich hat Letecia ihn also betäubt, ehe sie ihn auf brutale Art tötete.
Schuldig – aber auch schuldfähig?
Gannons Vater: „Gannon wurde viel zu früh geboren. Er hat kaum meine beiden Hände ausgefüllt, als ich ihn zum ersten Mal gehalten habe. Am Ende seines Lebens, als sein Körper zu einem Haufen Asche inkrementiert wurde, war er letztendlich nicht größer als beim ersten Mal, als ich ihn hielt.“
Der Prozess wird für Gannons Familie zu einer nervenaufreibenden Achterbahnfahrt. Letecia Stauch leugnet zu keiner Sekunde, ihren Stiefsohn Gannon ermordet zu haben. Auch ihr Verteidiger versucht nicht, Letecia als unschuldig darzustellen. Dennoch geben Letecia und ihr Team nicht einfach so auf. Sie merken an, dass Letecia zum Zeitpunkt der Tat unzurechnungsfähig gewesen sei. Es heißt, Letecia sei als Kind physisch und sexuell missbraucht worden. Durch das Aufkeimen ihrer Traumata sei sie nicht Herrin ihrer Sinne gewesen. Dagegen sprechen aber zahlreiche Google-Suchanfragen, die Letecia in den Tagen nach Gannons Verschwinden gestellt hat.
So googlet sie etwa: „kann nintendo meine switch lokalisieren“. Zur Erinnerung, mit Gannon verschwand auch seine geliebte Nintendo Switch. Wie Letecia nach ihrer Suchanfrage gelesen haben wird, kommt diese aber ohne Trackingsystem. Letecia hätte die Switch also ganz bequem entsorgen können. So hätte sie den Eindruck schüren können, Gannon sei mit der Konsole im Gepäck abgehauen. Auch die letzte Google-Suche auf Gannons Handy stammt wahrscheinlich nicht von dem Jungen selbst, sondern von Letecia.
Die letzte Suchanfrage über Gannons Smartphone war „kann mein elternteil mein handy finden. wenn es aus ist“. Die Satzstellung und die Rechtschreibfehler in der Frage passen zu Letecias normalem Schreibverhalten. Womöglich war also auch diese Google-Suche über das Handy ihres Stiefsohnes Teil eines perfiden Plans.
Darüber hinaus hat Letecia am Tag von Gannons Ermordung eine SMS an ihre Tochter Harley geschrieben. Die war auf der Arbeit und konnte nicht wissen, was für ein grausames Verbrechen ihre Mutter in der Zwischenzeit begangen hat. Am Nachmittag des 27. Januar 2020 bittet Letecia sie, Teppichreiniger, Soda und Mülltüten mitzubringen. Diese Gegenstände brauchte Letecia wahrscheinlich, um den Tatort zu säubern. Noch dazu muss Letecia die Bettwäsche in Gannons Zimmer nach dem Mord ausgetauscht haben. Vor dem Eintreffen der Polizei hat sie das Bett von Gannon so verschoben, dass die restlichen Spuren nicht sichtbar waren. All das spricht ganz klar gegen ihre Behauptung, sie habe kurzzeitig den Verstand verloren und unkontrolliert gehandelt.
Gannons Mutter Landen ist während des gesamten Prozesses anwesend. Obwohl es für sie eine Qual ist, der Mörderin ihres Sohnes gegenüberzustehen, will sie Letecias Verhandlungen live miterleben.
Landen: „Wir hatten ein paar Mal Augenkontakt. Und es hat mir jedes Mal in der Seele gebrannt. Wie kannst du mich überhaupt anschauen, wie kannst du überhaupt irgendwen aus der Familie anschauen, wissend, was du getan hast? Sie ist in meinen Augen die Definition eines Feiglings und des Bösen.“
Landen hat Letecia vertraut. Auch Gannons Vater hat nie ahnen können, wozu die neue Frau an seiner Seite fähig sein könnte. Vor Gericht bricht er weinend zusammen.
Gannons Vater: „Es tut mir so leid.“
Das Gericht kommt zu dem Schluss, dass Letecia ihren Sohn Gannon aus einem erschreckend profanen Grund getötet hat: weil sie keine Lust hatte, auf ihn aufzupassen. Ihre Google-Historie spricht Bände. Zu den Suchanfragen, die sie in den letzten Tagen vor dem Mord an Gannon stellt, gehören unter anderem:
„Ich hasse meinen Stiefsohn“ „wie finde ich einen neuen mann buch“ „Ehemann benutzt mich, um seine Kinder zu babysitten“ „Einen Kerl ohne Kinder kennenlernen“ „Warum sollte mein Ehemann mich über seine Familie stellen“ „Ich mache alles für meine Stiefkinder und ihre Mutter hilft nicht“
Damit sieht die Anklage eindeutig belegt, dass Letecia nicht aus psychischer Labilität handelte. Sondern aus purer Berechnung. Sie wusste genau, was sie tat: Sie wollte ihren erst 11 Jahre alten Stiefsohn tot sehen.
Outro
Letecia Stauch wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Man mag sich nicht ausmalen, wie schrecklich die Situation für Gannons Familie sein muss. Insbesondere Al hat nicht nur seinen geliebten Sohn, sondern auch die Frau verloren, der er vertraut hat. Niemand hätte jemals für möglich gehalten, dass Letecia Stauch zu solch einem Verbrechen in der Lage wäre. Der blanke Hass auf ihren Stiefsohn, der sich mit einem Mal entladen haben muss, ist unbegreiflich. Zumal Letecia vor ihrer Verurteilung ja als Grundschullehrerin gearbeitet hat. Das einzig Positive an diesem Fall ist, dass Letecia Stauch das Gefängnis niemals verlassen wird. Es bleibt zu hoffen, dass Gannons Familie sich irgendwie annähernd von diesem Trauma erholen kann.
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