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USA, 2021

Ali Abulaban

Ein TikTok-Star soll 2021 seine getrennt lebende Frau und einen Mann erschossen haben.

Lesezeit etwa 6 Minuten

Worum es geht

Ali Abulaban ist als „JinnKid“ mit Comedy-Clips auf TikTok bekannt und hat mehr als 900.000 Follower. Seine Frau Ana lebte laut Freunden schon länger getrennt von ihm und soll sich zuvor wegen häuslicher Gewalt an Nachbarn gewandt haben. Im Oktober 2021 werden Ana und ein 29-jähriger Mann tot in ihrer Wohnung gefunden. Die Ermittler halten Ali für den Täter, er selbst plädiert auf nicht schuldig. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Lagekarte: USA. Kartendaten: Natural Earth.

Das Video hier zeigt, wie Ali und Ana Abulaban in verschiedenen Räumen tanzen – die Überschrift: „Wenn deine Beziehung dramafrei ist“. Doch wie immer gesagt wird: Nicht alles ist, wie es scheint. Gerade auf Social Media, denn nur ein paar Monate später tötet der TikTok-Star seine Frau, weil sie mit einem anderen Mann geredet hat. INTRO Ali Abulaban – auf TikTok bekannt als JinnKid – hat auf TikTok mehr als 900.000 Follower. Hauptsächlich lädt er kurze Comedy-Clips hoch, in denen er Tony Montana oder Charaktere aus Skyrim imitiert.

Manchmal ist in den Videos auch seine 29-jährige Freundin – Ana Abulaban zu sehen. Wobei „Frau“ wahrscheinlich nicht mehr der richtige Ausdruck ist – die beiden sind zwar auf dem Papier noch verheiratet, aber Aussagen von Freunden aus dem näheren Umfeld nach, haben sie nicht mehr zusammen gelebt. Ana Abulaban hätte die Beziehung schon hinter sich gelassen – und das schon seit einiger Zeit. Der Grund dafür sei häusliche Gewalt gewesen und dass Ali Abulaban sie mit mehreren Frauen betrogen hätte.

Ersteres ist durch Zeugenaussagen mehr oder weniger gesichert, denn anscheinend hat Ana – ungefähr einen Monat vor der grausamen Tat – bei den Nachbarn gegenüber geklopft und sie gefragt, ob sie die Polizei rufen können. Ana soll gesagt haben, dass Ali sie geschlagen hat. Sie selbst konnte die Polizei nicht rufen, weil Ali ihr Handy konfisziert hat und es ihr nicht wiedergeben wollte – wahrscheinlich weil er Angst hatte, dass sie eben das tut, worum sie die Nachbarn gebeten hat – die Polizei zu rufen.

Tatsächlich kam im Nachhinein auch raus, dass die Polizei mehrfach zu den beiden nach Hause gerufen wurde – insgesamt gab es 9 Anrufe, wie oft sie wirklich dort waren, weiß man nicht. Aber Ali Nasser Abulaban war der Polizei dementsprechend bekannt. Trotzdem wurde er nie festgenommen – warum nicht, das weiß man nicht. Vielleicht weil Ana dann doch zurückgerudert ist oder weil die Polizei erst gar nicht rausgefahren ist. Und Ersteres ist kein Victim Blaming, häusliche Gewalt ist ein komplexes Thema und ich wollte damit nur sagen, dass es nachvollziehbar gewesen wäre, wenn sie zurückgerudert wäre – denn die Angst, die sie gehabt haben muss – vor noch schlimmeren Eskapaden Alis – kann man nicht erahnen.

Eine Freundin von Ana hat der Polizei auch gesagt, dass sie eine einstweilige Verfügung gegen Ali erwirken wollte – aber es ging nie eine bei der Polizei ein. Wahrscheinlich weil die beiden irgendwann nicht mehr zusammen gewohnt haben – Ana hatte sich nämlich aus den Fängen von Ali befreien können. Ali ist ausgezogen und hat in ein Hotel eingecheckt und dort gelebt. Was Ana aber nicht wusste, war, dass Ali Abulaban heimlich eine Kopie vom Schlüssel gemacht hat.

Am 21. Oktober 2021 hat Ana ihre Wohnung verlassen – in der Zeit ist Ali in die Wohnung und hat sie verwüstet. Aber nicht nur das, er hat auch eine App auf dem iPad ihrer gemeinsamen Tochter installiert, mit der er sie live abhören konnte. Also sowas wie eine Wanze. Danach ist er nach Hause und hat zugehört, was Ana so im Apartment von sich gibt. Und irgendwann hat er Ana und einen Mann „lachen“ gehört. Das war anscheinend genau der Grund, den er gesucht hat, um seiner Eifersucht und seinem Jähzorn freien Lauf zu lassen. Er hat sofort eine geladene Waffe eingepackt, ist ins Auto gestiegen und zum Apartment von ihr gefahren.

Mit dem Schlüssel, den er ja heimlich kopieren lassen hat, ist er ins Apartment und hat seine Frau mit einem Mann auf der Couch sitzen sehen – der Mann hatte seinen Arm um Ana gelegt. Das hat anscheinend das Fass zum Überlaufen gebracht und Ali hat vier Kugeln abgefeuert. Drei davon trafen den Mann. Jeweils eine in die Stirn, Wange und in den Hals. Die letzte Kugel feuerte er auf Ana ab. Beide waren sofort tot.

Um 3:10 hat er dann selbst die Polizei angerufen – aber nicht um die Tat zu gestehen, sondern um zu sagen, dass er die beiden tot im Wohnzimmer aufgefunden hat. Die Polizei hat gesagt, er solle da bleiben, aber er sagte, er müsse gehen. Und das tat er dann auch. Er hat die Wohnung verlassen, ist dann zur Schule seiner Tochter und hat sie dort eingesammelt. Die Polizei ist dann ins Apartment und hat Ana Abulaban mit dem 29-jährigen Rayburn Cardenas Barron tot aufgefunden. Den Ermittlern war relativ schnell klar, dass Ali Abulaban für die Tat verantwortlich ist. Deswegen fahndeten sie direkt nach ihm.

Am gleichen Tag wurde er sogar schon gefunden. Bei ihm, seine Tochter. Es dauerte nicht lange, bis die Ermittler Beweise fanden, die sie in ihrer Theorie bestärkten und Ali belasteten. Er hat anscheinend nicht nur seiner Tochter erzählt, dass er ihrer Mutter weh getan hat, sondern hat die Tat in einem Anruf an seine Mutter auch gestanden. Beim ersten Verhör auf der Polizeistation tat er das Gleiche – also er gestand sogar der Polizei, dass er für die Tat verantwortlich ist. Aber diese Aussage änderte er danach. Später sagte er, dass die beiden schon tot waren, als er dort angekommen ist. Bei dieser Version blieb er ab diesem Zeitpunkt auch.

Die Beweise lagen aber auf der Hand, deswegen wurde Ali Abulaban wegen des Mordes an Ana Abulaban und Rayburn Cardenas Barron angeklagt. Die ersten Verhandlungen waren im Januar 2022, aber sie halten noch an. Ali Abulaban plädiert auf nicht schuldig. Der Grund dafür seien die „besonderen Umstände“ der Tat. Was genau damit gemeint ist, wird nicht weiter ausgeführt. Das spielt wahrscheinlich auch keine Rolle, denn die Chancen, dass er verurteilt wird, sind so hoch, dass man fast von sicher sprechen kann. Und sollte er verurteilt werden, wäre es rein theoretisch möglich, dass er die Todesstrafe bekommt. Aber selbst wenn, dann wird diese in New York nicht mehr durchgeführt. Also sie wird noch als Urteil ausgesprochen, aber nicht mehr als das.

So oder so, gehen Ali Abulaban die Verhandlungen sehr an die Nerven, er sagt im Gericht „Mein Leben ist zerstört.“ Narzistischer könnte man, glaube ich, nicht sein. Die Richterin hat jetzt schon eine Schutzanordnung verlauten lassen, in der Ali verboten wird seine Tochter zu kontaktieren. Sie wird ab jetzt bei Familienmitgliedern leben – weit weg von Ali. Und damit sind wir am Ende des heutigen Videos. Was sind eure Gedanken zu dem Fall? Schreibt mir das doch gerne in die Kommentare. Sollte ich irgendwelche Informationen vergessen haben, schreibt mir die natürlich auch gerne.

Sollte euch das Video gefallen haben, dann hinterlasst doch gerne ein Like, Kommentar und/oder Abo! Eigentlich sollte das Video hier auf dem neuen Zweitkanal – Insolito Crime News – kommen, aber es ist dann doch länger geworden als gedacht. Aber da werden jetzt auch immer Videos kommen – gerade Updates und kürzere Fälle, die zu kurz für den Hauptkanal hier sind. Zur Transparenz: YouTube belohnt einfach längere Videos, deswegen würden kürzere Videos dem Hauptkanal eher schaden. Da ich euch die Informationen und Fälle aber nicht vorenthalten möchte, habe ich mir gedacht, dass ein zweiter Kanal gar nicht schlecht ist.

Den Link dazu findet ihr in der Infobox und als angepinnten Kommentar. Ich würde mich sehr über ein Abo freuen, vielen Dank schon einmal im Voraus und auch vielen Dank fürs Zugucken. Gute Nacht und bis dann.

Quellen

Für diesen Fall sind keine Quellen angegeben.

Fallakte
Land
USA
Jahr
2021
Status
Gelöst
Fallart
Tötungsdelikt, Familie & Partnerschaft, Internet & Social Media
Personen
Ali Abulaban, Ana Abulaban, Rayburn Cardenas Barron