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Bretagne

Fünf schockierende Verbrechen

Fünf mysteriöse und schockierende Fälle, vom Katzenkönigfall bis zur Hexe von Hagley Wood.

Lesezeit etwa 11 Minuten

Worum es geht

Fünf Fälle, die durch ihre Umstände bis heute fassungslos machen oder Rätsel aufgeben, stehen im Mittelpunkt. Im Katzenkönigfall manipulieren zwei Menschen einen gutgläubigen Polizisten so lange, bis er glaubt, ein Opfer bringen zu müssen; das Urteil ist bis heute eine beliebte Prüfungsfrage im Jurastudium. Dazu kommen das Verschwinden und die seltsame Rückkehr eines Mädchens in der Bretagne, ein Unfall in Nordengland mit einem unerklärlichen Kussabdruck und der Tod eines jungen Unternehmers in New York. Den Schluss bildet ein Skelett in einer Ulme in Worcestershire, das bis heute Graffiti mit der Frage „Who put Bella in the witch elm?“ nach sich zieht.

Windermere im Lake District, Blick vom Hügel
Windermere im Lake District, Blick vom Hügel. Foto: Abbasi1111, CC BY 3.0, über Wikimedia Commons.

Intro

Für das heutige Video habe ich euch die 5 schockierendsten und mysteriösesten Fälle zusammengetragen, die mir bisher in meiner Recherche untergekommen sind. Wir sprechen über eine neue Weltordnung, das mysteriöse Verschwinden eines kleinen Mädchens bis hin zu einer unbekannten Person, die Leichen mit Lippenstiftabdrücken und Kussspuren versieht. Und nun viel Spaß mit dem Video.

Der Katzenkönigfall

Der Katzenkönigfall ist euch vielleicht schon ein Begriff, falls ihr Jura studieren solltet. Denn das Gerichtsurteil in diesem Fall erlangte Berühmtheit und ist bis heute eine beliebte Prüfungsfrage im Jurastudium. Aber dazu später mehr. 1986 lernten Peter P. und Barbara H. den Polizeibeamten Michael R. kennen. Peter und Barbara waren in einer Beziehung und fingen in den nächsten Monaten gemeinsam mit Michael eine Dreiecksbeziehung an. Dabei waren aber vermutlich nur Michaels Gefühle echt. Peter und Barbara hatten nämlich bemerkt, dass der Polizeibeamte sehr naiv und beeinflussbar war und so machten sich die beiden einen Spaß daraus, ihn zu manipulieren.

Über Wochen hinweg überzeugten sie ihn davon, dass es einen allmächtigen Katzenkönig gibt. Dieser Katzenkönig würde seit Jahrtausenden leben, das Böse verkörpern und über die Welt herrschen. Während diese Phantasie nur ein Spaß für Peter und Barbara war, so fing der verliebte Michael zunehmend an diese Geschichte zu glauben. Vor allem Barbara nutzte Michaels Gefühle für sich aus und stellte ihm immer wieder Mutproben und Aufgaben, die Michael bewältigen musste, damit der Katzenkönig nicht wütend auf ihn wird. Michael war wie hypnotisiert und befolgte alles, worum Barbara ihn gebeten hat.

Irgendwann erfuhr Barbara, dass ihr Exfreund neu geheiratet hatte. Eine Frau namens Annemarie N. Das passte Barbara überhaupt nicht. Und so schloss sie mit Peter den Plan, Michael so zu beeinflussen, dass er Annemarie tötet. Peter und Barbara erzählten ihm, dass der Katzenkönig für all die Fehler, die Michael in seinem Leben begangen hat, nun ein Opfer möchte. Annemarie. Und, wenn er sie nicht tötet, würde der Katzenkönig Millionen von Menschen vernichten.

Michael hatte Gewissensbisse. Durch seine Arbeit bei der Polizei wusste er, was passieren würde, wenn er einen Menschen umbringt. Aber Barbara gab sich größte Mühe, Michael zu manipulieren und so war dieser irgendwann davon überzeugt, dass es besser wäre, einen Menschen zu töten, als daran schuld zu sein, dass der Katzenkönig Millionen von Menschen umbringen würde. Peter gab Michael sein Fahrtenmesser und so ging dieser am 30. Juli 1986 in den Blumenladen, in dem Annemarie N. arbeitete. Michael gab vor, Rosen kaufen zu wollen, sodass Annemarie abgelenkt war und als diese sich umdrehte, griff er sie hinterrücks an. Dabei stach er ihr 12 Mal in den Hals, ins Gesicht und in den Oberkörper. Andere Kunden griffen schnell ein und Michael ließ, in dem Glauben, Annemarie getötet zu haben, von seinem Opfer ab.

Tatsächlich überlebte Annemarie den Angriff allerdings schwer verletzt. Vor Gericht wurde Michael wegen des versuchten Mordes an Annemarie schuldig gesprochen, bekam allerdings aufgrund verminderter Schuldfähigkeit nur eine Haftstrafe von 9 Jahren. Barbara und Peter wurden ebenfalls wegen versuchtem Mord verurteilt, da Michael die Tat nur durch sie begangen hat. Beide wurden zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Deswegen ist dieser Fall beziehungsweise sein Gerichtsurteil auch so interessant für Juristen. Es wurden drei Leute für eine Tat schuldig gesprochen, die nur einer von ihnen begangen hat.

Pauline Picard

Pauline Picard war der Name eines Mädchens, das 1920 in Frankreich geboren wurde. Sie lebte mit ihrer Familie auf einem Bauernhof in der Bretagne. Die Gegend rund um das Haus war sehr grün und friedlich. Im April 1922 war Pauline zwei Jahre alt und spielte mit ihren Schwestern am liebsten draußen in dem großen Garten am Waldrand. Eines Tages rief ihre Mutter die Mädchen zum Abendessen, als ihr auffiel, dass Pauline fehlte.

Die Familie suchte tagelang nach ihrer vermissten Tochter, bis sie 320 Kilometer entfernt ein kleines Mädchen fanden, das verwirrt umherirrte. Paulines Eltern bestätigten, dass es sich bei dem Mädchen um ihre Tochter handelte und diese lediglich stark abgenommen hätte. Das Mädchen selbst allerdings erkannte ihre Eltern nicht mehr. Die Polizei befragte die Nachbarn von Paulines Familie und diese bestätigten ebenfalls, dass es sich bei dem Mädchen um Pauline handelt. Daraufhin durften ihre Eltern sie bei sich aufnehmen und es wurde davon ausgegangen, dass Pauline unter posttraumatischer Amnesie litt. Wie sie die 320 Kilometer zurücklegte, war weiterhin unklar.

Ein Monat verging und Pauline wurde zugänglicher und baute wieder eine enge Bindung zu den Schwestern und ihren Eltern auf. An einem Morgen kam der Nachbarsjunge Yves Matin in ihr Haus gelaufen, rief „Gott hilf mir, ich bin schuldig!“ und rannte daraufhin weg. Paulines Eltern hielten das zunächst für einen albernen Scherz des Jungen. Weitere Monate gingen ins Land, bis man am 26. Mai, nahe des Bauernhofes, eine verweste Leiche fand. Teile des Oberkörpers fehlten und das Gesicht war bereits stark zersetzt. Aber dennoch erkannten Paulines Eltern in der Leiche eindeutig ihre Tochter. Und neben dem leblosen Körper, der schon geraume Zeit dort liegen musste, befand sich Paulines Kleidung, sauber und ordentlich zusammengelegt.

Das Gebiet wurde nach Paulines Verschwinden bereits ausführlich abgesucht, weswegen die Leiche erst später dort platziert worden sein muss. Und kurz darauf fand man neben Paulines Leiche auch noch den Schädel eines erwachsenen Mannes. Zu wem der Schädel gehörte und was mit Pauline passiert ist, bleibt bis heute ungeklärt. Das Mädchen, das die Familie bei sich aufgenommen hatte, war jedenfalls nicht ihre Tochter. Die Eltern gaben sie daraufhin in ein Heim. Die leiblichen Eltern des Mädchens konnten nie gefunden werden.

John und Connor Lee

Der 52-jährige Engländer John Lee und sein 14-jähriger Sohn Connor besuchten am 02. Oktober 1997 Angehörige der Familie mit dem Auto. Als die beiden anschließend nicht wieder zuhause ankamen, wurden sie als vermisst gemeldet. Gefunden werden konnten die beiden erst 16 Tage später am 18. Oktober. Man fand ihr Auto an einer abgelegenen Straße in Windermere. Scheinbar hatte es einen Unfall gegeben. Das Auto der beiden lag verkehrt herum, abseits der Straße, im Gebüsch. John und Connor selbst fand man leblos neben dem Auto. Offenbar hatte sich der Unfall direkt am 02. Oktober ereignet und die beiden Engländer waren im Anschluss an ihren Verletzungen verstorben. Dadurch, dass die Straße so abgelegen und das Auto von der Fahrbahn abgekommen war, konnte man sie erst so viel später finden.

Allerdings konnte die Polizei keine Ursache für den Unfall feststellen. Nirgendwo war ein anderes Auto und es gab keine Bremsspuren oder scharfe Kurven. Besonders mysteriös war allerdings, dass man auf Connors Lippen den Abdruck eines knallroten Lippenstiftes fand. Allerdings nicht so, als hätte er ihn selbst aufgetragen, sondern so, als hätte ihn jemand geküsst. Weitere Untersuchungen ergaben, dass ihm der Kussabdruck auch erst 10 Tage nach dem Unfall und seinem Tod verpasst wurde.

Der Polizei gab das ein großes Rätsel auf. Wer würde eine fast zwei Wochen alte Leiche küssen? Die Marke des Lippenstiftes war besonders bei Teenagern sehr beliebt und so wurde schnell gemutmaßt, dass es sich um eine Mutprobe von Jugendlichen handelte. Aber bis heute konnte nicht geklärt werden, wie es zu dem Unfall kam, wer die Körper der beiden neben dem Auto platziert hatte und wer den toten Connor auf den Mund küsste.

Fahim Saleh

Fahim Saleh wurde in Saudi-Arabien geboren, wanderte allerdings nur kurz darauf mit seinen Eltern in die USA aus. Fahim hatte schon immer große Pläne und da er so intelligent und ehrgeizig war, gelang es ihm meist, diese umzusetzen. Fahim gründete, während er zur High School ging, ein Unternehmen. Er arbeitete viel und investierte in große Firmen in Nigeria, Nepal und Bangladesch. Oft wurde er mit Elon Musk verglichen. Und Fahim hielt nur wenig von feiern gehen oder Markenprodukten, weswegen er sein verdientes Geld sparte oder neu anlegte.

In den nächsten Jahren wuchs sein Unternehmen zu einer beträchtlichen Größe heran und im Jahr 2018 wurde Fahims Vermögen auf rund 150 Millionen Dollar geschätzt. Zu dem Zeitpunkt war er erst 31 Jahre alt. Fahim Saleh hatte noch viele große Pläne in seinem Leben. Am 14. Juli 2020 machte sich Fahims Schwester auf den Weg zu dem 2,25-Millionen-Dollar-Apartment ihres Bruders, um nach ihm zu sehen. Sie wurde von Fahims Nachbarn kontaktiert, die zuvor laute Schreie aus der Wohnung gehört hatten. Jegliche Kontaktversuche von Fahims Schwester schlugen fehl und so machte sie sich selbst auf den Weg zu dessen Wohnung, mitten in New York.

Als sie die Wohnung betrat, stach ihr direkt ein metallischer Geruch in die Nase. Und es dauerte nicht lange, bis sie den Ursprung des Geruchs entdeckte. Am Boden lag Fahims Körper. Doch seine Schwester registrierte nicht sofort, was sie da vor sich hatte, da der Körper ihres Bruders so brutal entstellt war. Fahims Torso lag in der Mitte des blutigen Raumes. Direkt neben ihm fand sie eine Elektrosäge. Im Apartment verteilt befanden sich Müllsäcke, in denen Fahims Arme, seine Beine und sein Kopf verpackt waren.

Nachdem seine Schwester die Polizei alarmiert hatte und diese sich den Tatort genauer ansah, war ihnen schnell klar, dass Fahims Schwester selbst nur knapp dem Tod entging. Sie musste den Mörder ihres Bruders beim Aufräumen überrascht haben. Und dieser griff sie glücklicherweise nicht an, sondern floh durch die Hintertür. Daraufhin überprüften die Ermittler die Überwachungsaufnahmen des Gebäudes. Darauf konnte man sehen, wie Fahim in der Nacht zuvor in Begleitung eines Mannes nach Hause kam. Der Mann war ganz in Schwarz gekleidet, trug eine schwarze Maske und hatte einen Aktenkoffer dabei. Gemeinsam fuhren die beiden mit dem Aufzug hoch zu Fahims Apartment. Während der gesamten Aufnahmen wirkte Fahim sehr angespannt und so, als würde er von dem anderen Mann dazu gezwungen werden, ihm zu folgen.

Drei Tage später, am 17. Juli 2020, wurde der 21-jährige Tyrese Haspil verhaftet. Tyrese war Fahims Assistent und hatte ihm vor kurzem 90.000 Dollar gestohlen. Daraufhin wurde er gefeuert. Aber Fahim wollte ihn nicht verklagen, sondern gab ihm die Möglichkeit, das Geld in den nächsten Wochen in Raten zurückzuzahlen. Fahim wurde vor seinem Tod wohl getasert, dann wurde mehrfach auf ihn eingestochen und schließlich wurde er mit einer Elektrosäge enthauptet.

Die Säge und ein Taser wurden vor kurzem über Tyreses Kreditkarte gekauft. Die Seriennummer der gekauften Elektrosäge stimmte mit der vom Tatort überein. Außerdem gab es Kameraaufnahmen, auf denen man Tyrese beim Kaufen der Produkte sah. Dennoch wurde er vor Gericht freigesprochen und nur wegen des gestohlenen Geldes verurteilt. Für den Mord bräuchte man noch mehr Beweise, heißt es. Bis heute ist er auf freiem Fuß.

Who put BELLA in the witch elm? (Die Hexe von Hagley Wood)

Im Jahr 1943 spielten zwei Jungs in einem Wald in Worcestershire in England. Ihnen fiel eine Ulme ins Auge, die durch einen Blitzeinschlag ausgehöhlt war. Als sie sich den Baum von nahem ansahen, entdeckten sie darin ein Skelett. Die Polizei wurde informiert und untersuchte die leblosen Überreste. Scheinbar gehörten die Knochen zu einer ungefähr 35 Jahre alten Frau. Da sie einen Stofflumpen im Mund hatte, ging man davon aus, dass sie erstickt wurde. An ihrer linken Hand trug sie einen Verlobungsring.

Außerdem konnte man feststellen, dass die Frau bereits seit mehr als 18 Monaten tot war und auch seitdem in dem ausgehöhlten Baum lag. Warum ihr Mörder sie dort platzierte, ist unklar. Ihre rechte Hand fehlte und man fand diese kurz darauf neben dem Baum begraben. Zunächst wurde vermutet, dass die Frau entweder mit deutschen Spionen im Bunde war oder bei einem Fallschirmsprung in dem Baum landete und verstarb. Aber als klar wurde, dass sie ermordet und dort platziert wurde, entstand eine noch viel unheimlichere Theorie. Die vergrabene Hand erinnerte an das Hexenritual „Hand of glory“. Dabei musste ein Mörder die Hand seines Opfers vergraben und nach einiger Zeit wieder ausbuddeln. Dann würde sie ihrem Besitzer magische Kräfte verleihen.

Wegen des Zweiten Weltkrieges, der gerade herrschte, wurde der Tod der jungen Frau nicht weiter untersucht. Allerdings erschienen in den nächsten Jahren überall in der Umgebung Graffitis mit dem Text „Who put BELLA in the witch elm?“ zu Deutsch „Wer hat Bella in die Ulme gelegt?“ Eine Wych Elm ist eine bestimmte Ulmenart, eben diese, in der man 1943 das Skelett fand. Bei den Graffitis wurde aus der Wych Elm eine Witch Elm gemacht, um mit witch zu Deutsch Hexe eine Anspielung auf das Ritual zu ziehen.

Der Name Bella entstand durch die Prostituierte Bella Luebella, die drei Jahre zuvor verschwunden war. Sie tauchte nie wieder auf. Da wegen des Krieges so viele Menschen vermisst wurden, konnte auch die Identität der jungen Frau in der Ulme nie geklärt werden. Allerdings tauchen bis heute in unregelmäßigen Zeitabständen neue Graffitis in Worcestershire auf. Alle mit demselben Text: „Who put BELLA in the witch elm?“

Epilog

Und damit sind wir schon am Ende des heutigen Videos angelangt. Fünf schockierende Fälle, die eigentlich alle ein eigenes Video verdienen würden, aber nicht immer genügend Informationen liefern. Aber ich finde diese Art von Video, in dem ich über mehrere verschiedene Verbrechen spreche, auch eine schöne Abwechslung. Aber keine Sorge, die ausführlichen Dokumentationen werden weiterhin den überwiegenden Inhalt dieses Kanals bilden. Wenn ihr mögt, hinterlasst gerne einen Kommentar, einen Daumen nach oben und/oder ein Abo. Mit nur zwei Mausklicks und ein paar Tastaturanschlägen unterstützt ihr diesen Kanal enorm. Vielen Dank schonmal im Voraus. Und auch vielen Dank fürs Zugucken. Wir sehen uns beim nächsten Video wieder. Gute Nacht und bis dann.

Quellen

  1. Der Katzenkönig-Fall - Ein Klassiker - Urteile juliandrach.com, 2018
  2. Katzenkönigfall Wikipedia
  3. The enduring mystery of Pauline Picard, the girl who went missing once and was found twice. Mamamia
  4. Die 5 unheimlichsten ungelösten Fälle Blick, 2019
  5. Reddit - Prove your humanity Reddit
  6. Man pleads not guilty to 1st-degree murder in gruesome killing of tech CEO Fahim Saleh CNN, 2020
  7. Who put Bella in the Wych Elm? Wikipedia (englisch)
Fallakte
Orte
Bretagne, Windermere, New York, Worcestershire, Hagley Wood
Länder
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA
Fallart
Sammelfolge, Tötungsdelikt, Vermisstenfall, Ungeklärter Todesfall
Personen
Peter P., Barbara H., Michael R., Annemarie N., Pauline Picard, Connor Lee, Fahim Saleh, Tyrese Haspil
Lagekarte
Kartendaten: Natural Earth